Konnersreuth
Zwischen Optimismus und Enttäuschung – Bezirksversammlung der Jungen Union
Die Union steckt in der Krise. Ein historisch schlechtes Landtagswahlergebnis in Mecklenburg-Vorpommern, ein Bundeskanzler mit Beliebtheitswerten im Keller. Wie ist die Union noch zu retten? Das haben wir diejenigen gefragt, die ihre Zukunftshoffnungen in diese Partei setzen: Mitglieder der Jungen Union.
„Wir haben natürlich die Situation, dass es den einen oder anderen Moment gab, wo unglückliche Abläufe da waren oder Dinge unglücklich formuliert wurden. Da gibt es bestimmt Verbesserungspotenzial. Und gleichzeitig gibt es auch Potenzial, die Reformen ordentlich anzugehen und sich da auch durchzusetzen“. So bewertet ein JU-ler, mit dem wir gesprochen haben, die aktuelle Arbeit der Union.
Ein anderer junger Mann sagt uns: „Die Union hat ziemlich schleifen lassen nach der Wahl. Viele Versprechen sind nicht gehalten worden. Das ist den Leuten sehr sauer bekommen“. Und eine junge Frau erzählt uns: „Ich persönlich bin nach wie vor zufrieden mit Bundeskanzler Merz. Ich finde zwar, dass er manchmal polarisiert und das wird ihm dann oft auch zum Verhängnis in der Presse. Aber ich finde trotzdem, dass er verändern will und auch unangenehme Sachen anspricht und anpackt. Und das ist halt notwendig.“
Gemischte Meinungen also unter den JU-Mitgliedern der Oberpfalz. Während ihre Partei bundesweit im historischen Umfragetief steckt, haben sie sich in Konnersreuth zu ihrer Bezirksversammlung getroffen. Viele nehmen das politische Klima aktuell als angespannt wahr. Und äußern das auch gegenüber CSU-Bezirksvorsitzendem Albert Füracker und Bundestagsmitglied Dr. Florian Dorn.
CSU-Bezirksvorsitzender und Finanzminister Füracker plädiert in seiner Ansprache für Optimismus. Bei allen Problemen müsse man sehen, wie gut es uns in Bayern und Deutschland gehe. Und auch Bundestagsabgeordneter Dr. Florian Dorn warb für die Arbeit der Union. Dorn hat als Mitglied der Rentenkommission die Rentenreform der Bundesregierung mit ausgearbeitet. Und ist überzeugt: Die Reform ist ein durchdachtes und generationengerechtes Konzept für die Zukunft.
Zum ersten Mal bei der Kommunalwahl angetreten
Die JU-ler haben auch teils ganz praktische Fragen oder Forderungen aus dem kommunalpolitischen Alltag. Seit Mai dieses Jahres sitzen einige von ihnen selbst in Gemeinderäten, denn die JU ist dieses Jahr erstmals in vielen Orten mit einer eigenen, von der CSU getrennten Liste angetreten. „Freilich könnte es immer besser sein. Aber wir sind eigentlich sehr zufrieden mit den Ergebnissen, die die JU-ler erzielt haben.“, erklärt JU-Bezirksvorsitzender Matthias Meier. „Wir sind die Jugendvertretungen in den Gremien, das ist wichtig. Und ich denke, da können wir drauf aufbauen.“
Rund 30.000 Mitglieder hat die JU Oberpfalz aktuell. Das ist zwar viel weniger als früher, aber immer noch mit Abstand die größte politische Jugendorganisation in der Oberpfalz. Und die JU-ler wollen mitreden – in ihrer Region und in ihrer Partei.
(az)