Hohenfels
Drohnen, Panzer, Elektronische Kriegsführung: NATO-Übung in Hohenfels
Erobern, verteidigen, überleben: Das üben mehr als 3000 Soldaten derzeit auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels. Die Übung „Combined Resolve“ bietet ihnen ein realistisches Szenario, mit Gegnertruppen, Zivilisten und Gefahren aus der Luft.
Mehr als 3.000 Soldaten, über 1.000 Drohnen und ein Gegner, der ihnen das Leben schwer macht: Bei der Militärübung „Combined Resolve 27-01“ trainieren NATO-Truppen auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels den Ernstfall. Vier Wochen lang müssen sie Gebiete einnehmen, verteidigen und auf überraschende Angriffe reagieren.
Im Mittelpunkt steht eine Panzerbrigade der US-Army. Die wohl größte Gefahr für Panzer auf dem modernen Schlachtfeld stellen mittlerweile Drohnen dar. Sie können Truppen aufspüren, ihre Bewegungen verfolgen und Angriffe ermöglichen. Deshalb üben die Soldaten in Hohenfels auch, solche Gefahren rechtzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren.
Lernen aus den Erfahrungen der Ukraine
Mehr als 1.000 Drohnen kommen bei der Übung zum Einsatz. Unterstützung erhalten die Truppen von ukrainischen Streitkräften, die ihre Erfahrungen aus erster Hand weitergeben.
Es ist der Einsatz von unbemannten Systemen, aber auch ihre Abwehr und die Nutzung von elektronischer Kriegsführung, erklärt General Terry Tillis, Kommandeur des 7th Army Training Command. Die Soldaten sollen sich bereits im Training auf moderne Bedrohungen einstellen, damit sie im Ernstfall nicht erst herausfinden müssen, wie sie damit umgehen.
Überraschungen von Gegnern und Zivilisten
Damit das Training möglichst realistisch abläuft, gibt es auf dem Übungsplatz nicht nur die eigenen Truppen. Ein ganzes Bataillon übernimmt als sogenannte „Opposing Forces“ die Rolle des Gegners. Die schwarz gekleideten Soldaten versuchen, die US-Amerikaner auszutricksen, ihre Schwachstellen aufzudecken und sie mit unerwarteten Manövern unter Druck zu setzen.
Zum realistischen Gefechtsbild zählen aber auch Menschen, die nicht am Kampf beteiligt sind. Tatsächliche Zivilpersonen stellen auf dem Übungsplatz die Bevölkerung dar. Sie leben in den Übungsdörfern und spielen den Alltag vor Ort möglichst authentisch nach. „Es ist fast, als würden sie wirklich zu dieser Stadt gehören“, sagt Staff Sergeant Adam Kozlowski, Offizier für zivile Angelegenheiten.
Es ist ein Zusammenspiel von allerlei Menschen und Geräten, die „Combined Resolve 27-01“ ermöglichen. Das Ziel: Fehler erkennen, Taktiken verbessern und für die Herausforderungen eines modernen Gefechts gewappnet sein.
(sb)