OTV-Kinotipp
OTV-Kinotipp: „Klara und die Sonne" - Kann künstliche Intelligenz lieben?
Ein Roboter, der die Welt mit anderen Augen sieht: „Klara und die Sonne" verbindet eine berührende Geschichte mit der Frage, was uns Menschen eigentlich ausmacht.
Klara ist keine gewöhnliche Jugendliche, sondern eine künstliche Freundin, die dafür entwickelt wurde, Kindern Gesellschaft zu leisten. Sie beobachtet ihre Umgebung aufmerksam und versucht, die Menschen und ihre Gefühle zu verstehen. Als die schwer kranke Josie sie auswählt und mit nach Hause nimmt, beginnt für Klara ein neues Leben. Sie möchte Josie unbedingt helfen und setzt dabei große Hoffnungen in die Sonne und ihre besondere Kraft.
Doch kann sie tatsächlich etwas bewirken, das über ihre technischen Möglichkeiten hinausgeht?
Das Besondere an dem Film ist der Blick auf die Welt durch die Augen eines künstlichen Wesens. Klara nimmt vieles anders wahr als die Menschen um sie herum. Dadurch wird deutlich, wie kompliziert menschliche Beziehungen sein können und wie schwer sich Gefühle, Ängste und Hoffnungen manchmal erklären lassen.
Dabei geht es nicht nur um die Möglichkeiten künstlicher Intelligenz, sondern auch um Krankheit, familiäre Erwartungen und die Angst, einen geliebten Menschen zu verlieren. Statt spektakulärer Zukunftstechnik steht eine persönliche Geschichte im Mittelpunkt, die zum Nachdenken anregt: Was macht Menschlichkeit aus? Und kann eine künstliche Freundin durch ihre Fürsorge etwas bewirken, das uns zutiefst menschlich erscheint?
Die Geschichte basiert auf dem gleichnamigen Roman von Kazuo Ishiguro aus dem Jahr 2021, der 2017 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde. Für die Verfilmung übernahm Regisseur Taika Waititi die Inszenierung.
In der Hauptrolle ist Jenna Ortega zu sehen, die Klara mit einer besonderen Mischung aus Neugier, Einfühlungsvermögen und eigener Sicht auf die Welt verkörpert.
(tj)