Amberg
Bayerns beste Nachwuchsmusiker proben in Amberg – Kammermusikkurs des Landesjugendorchesters
Bayerns beste Nachwuchsmusiker proben aktuell in Amberg. Die Mitglieder des Bayerischen Landesjugendorchesters studieren hier Kammermusikstücke ein – und werden diese am Wochenende auch in Konzerten präsentieren.
Das Bayerische Landesjugendorchester ist seit rund 50 Jahren eine etablierte Institution in Bayern. In dieser Zeit haben mehr als 2.000 junge Menschen in dem Orchester mitgespielt – viele davon haben dadurch in der Musik ihren Beruf und ihre Berufung gefunden. Jedes Jahr kommt das Landesjugendorchester in den Herbstferien nach Amberg, um intensiv zu proben und um das Gelernte am Ende auch auf der Bühne zu präsentieren.
Im Konzertsaal des Max-Reger-Gymnasiums erklingt das Klaviertrio Nummer 1 von Brahms. Gespielt von zwei jungen Musikern des Bayerischen Landesjugendorchesters und ihrem Dozenten. Veronika Kuen (19) aus Bamberg und Raphael Wersin (18) aus der Nähe von Augsburg spielen ihre Instrumente bereits seit sie fünf Jahre alt sind. Beide sind schon seit einigen Jahren Mitglied im Landesjugendorchester. Diese Woche treffen sie und die weiteren Orchestermitglieder sich in Amberg, um Kammermusikstücke zu üben. „Mir gefällt, dass man gemeinsam so Freude an der Musik hat. Und innerhalb von einer Woche ein ganzes großes Werk lernt“, erklärt Kuen, die die Violine spielt.
Die meisten der Jungmusiker gehen noch zur Schule. Sie haben also gerade Herbstferien – verbringen diese aber freiwillig und bewusst im Probenraum. Musik ist ihre Leidenschaft. Raphael Wersin, der das Violoncello spielt, erzählt: „Ich habe auch die Liebe zu diesen Werken entdeckt. Also dieses Stück, das wir heute spielen, habe ich schon jahrelang angehört und natürlich immer davon geträumt, das auch zu spielen. Dass ich das jetzt hier in einer so tollen Besetzung spielen kann, ist natürlich ein Traum.“
Begabtenförderung des Freistaats
Für begabte und motivierte Musiker zwischen 14 und 20 Jahren ist das Landesjugendorchester gedacht. Das Ziel: Nachwuchsmusiker fördern, sie mit namhaften Dozenten zusammenbringen und ihnen das Zusammenspiel als Ensemble beibringen.
Dafür sei die Kammermusik in gewisser Hinsicht besser geeignet als große symphonische Orchesterstücke, so Organisator Andreas Burger von Jugend musiziert Bayern: „Bei der Kammermusik lernen die jungen Musiker, zuzuhören. Jeder spielt seine eigene Stimme. Es ist feiner, es ist sensibler. Eine ganz besondere Art zu musizieren.“, erklärt Burger. „Und es hilft auch menschlich. Kammermusik zu spielen, da muss man sich verstehen und respektieren und sich anpassen. Das muss man im Orchester auch, aber nicht in dem Maße wie bei der Kammermusik.“
Dozenten macht die Arbeit Freude
Viele der Dozenten waren früher selbst Mitglied im Landesjugendorchester und haben hier ihre ersten Schritte gemacht. Und sie freuen sich auf die Zusammenarbeit mit den jungen Musikern. „Das ist wirklich eines der Highlights in meiner Jahresplanung, weil das so große Freude macht, die Woche hier zu sein und so ausführlich arbeiten zu können.“, erzählt etwa Anna Sophie Dauenhauer. Sie probt mit den Schülern ein Oktett von Max Bruch.
Was die 50 jungen Musiker mit ihren Dozenten in dieser Woche erarbeiten, präsentieren sie am kommenden Wochenende auch auf der Bühne. Am Freitag und Samstag, jeweils um 20 Uhr im Auditorium des Max-Reger-Gymnasiums. Und am Sonntag um 11 Uhr im Amberger Stadttheater. Der Eintritt ist bei allen drei Konzerten frei.
(az)