Wackersdorf
BMW i3: Das Cockpit der „Neuen Klasse“ kommt aus Wackersdorf
Mit einer Mischung aus Maschinenfertigung und präziser Handarbeit baut BMW in Wackersdorf die Cockpits für den neuen i3. Mehr als zwei Jahre lang hat sich das Werk darauf vorbereitet. Wir haben exklusive Einblicke bekommen.
Damit ein neuer BMW i3 in München vom Band rollt, muss die Oberpfalz mitspielen: Denn hier entsteht das Herzstück des Innenraums. Im BMW-Werk Wackersdorf werden die Cockpits für das neue Modell gefertigt. Mit seiner „Neuen Klasse“ will BMW eine neue Modellgeneration einläuten, die die Zukunft der Firma gestalten soll. Der i3 ist dabei sozusagen das Aushängeschild, und seit diesem Herbst kommen die ersten bei den Kunden an.
Die Produktion in Wackersdorf beginnt schon bei den Grundkörpern der Cockpits. Eine hauseigene Anlage fertigt diese per Spritzguss. Kameras prüfen jede Ecke der Grundkörper auf kleinste Mängel. Dann bringen Roboter die Bauteile weiter zum nächsten Schritt. Mit Leder, Stoff oder Kunstleder werden die Bauteile kaschiert. Auch das geschieht voll und ganz in Wackersdorf. Bei vielen Teilen der Montage helfen Mensch und Maschine zusammen.
Innovativ und komplex
Mehr als zwei Jahre Vorbereitungszeit hat BMW in die Umstellung der Produktion investiert. Denn im Vergleich zum Vorgängermodell ist fast alles anders: Das Cockpit besteht inzwischen aus zwei Komponenten statt aus einem einzigen Bauteil. Die Fertigung ist damit komplexer geworden – und steht stets unter Zeitdruck. Denn die fertigen Einheiten müssen innerhalb weniger Tage in Münchner ankommen.
Eine Besonderheit der neuen Cockpitgeneration ist das sogenannte „Phygital Icon“. Hinter dem Begriff verbirgt sich ein Lichtelement, das durch die textile Oberfläche des Armaturenbretts hindurchscheint. Es soll künftig einen hohen Wiedererkennungswert der „Neuen Klasse“ schaffen. Für BMW ist das einen zusätzlichen Fertigungsschritt wert.
Ein Stück Oberpfalz auf der ganzen Welt
Etwa 450.000 Cockpits verlassen jährlich das Werk. Bei den neuen Cockpits fährt die Produktion gerade erst hoch, aber bald sollen noch mehr dazukommen. Auch die Cockpits für die neuen 1er, 2er und 4er BMWs sollen hier entstehen. Die Produktion muss dabei zahlreiche Varianten abdecken – verschiedene Farben, Materialien, Varianten für Links- und Rechtslenker, besondere Anforderungen für den US-Markt und mehr.
Die zusätzlichen Aufgaben bedeuten allerdings keine Entwarnung für den Standort. Auch in Wackersdorf plant BMW einen Stellenabbau. Zunächst betrifft dieser vor allem die Verwaltung, Entwicklung und weitere Bereiche abseits der unmittelbaren Produktion. Cockpitfertigungs-Leiter Kurt Dörrich sieht die Zukunft des Werks positiv – aber schlussendlich wird diese wohl maßgeblich davon abhängen, wie gut die „Neue Klasse“ auf dem Markt ankommt.
(sb)