
Amberg
So bereitet sich Amberg auf einen Katastrophenfall vor
Wie sieht Katastrophenschutz in Amberg aus? Darüber haben Rechtsreferent Dr. Bernhard Mitko und Christoph Hollweck bei einem Vortrag aufgeklärt. Einer ihrer Punkte: Ohne die Mitarbeit der Bürger wird’s schwer.
Was passiert, wenn in Amberg plötzlich großflächig der Strom ausfällt? Oder wenn Hochwasser, ein Bombenfund oder ein anderes schweres Ereignis die Stadt vor besondere Herausforderungen stellt? Mit solchen Szenarien beschäftigt sich der Katastrophenschutz – und damit auch die Amberger Einsatzkräfte.
Bei einem Vortrag der Aktionsgruppe Wagrain-Ammersricht (AWA) haben THW-Ortsbeauftragter Christoph Hollweck und Dr. Bernhard Mitko über die Vorbereitungen der Stadt informiert. Mitko ist Rechtsreferent der Stadt und leitet im Katastrophenfall die Führungsgruppe Katastrophenschutz.
Die Referenten erklären: Eine wichtige Rolle spielt dabei die technische Ausstattung. Zur Verfügung stehen unter anderem Sonderfahrzeuge, Notstromaggregate und Treibstoffreserven. Dazu kommt die reguläre Ausrüstung von Feuerwehr, Rettungsdienst, Bergwacht, DLRG und weiteren Organisationen. Auch das Technische Hilfswerk ist speziell auf Stromausfälle vorbereitet: In Amberg gibt es eine Fachgruppe für Notstromversorgung.
Notstrom und Wärmeräume bei längerem Stromausfall
Besonders ein großflächiger Stromausfall beschäftigt die Einsatzkräfte. Einige wichtige Gebäude in Amberg, darunter das Rathaus und das ACC, verfügen über eigene Notstromversorgung. Bei einem länger andauernden Ausfall könnten dort und in weiteren geeigneten Hallen Wärmeräume eingerichtet werden. Sie sollen insbesondere Menschen unterstützen, die besonders auf Wärme und Hilfe angewiesen sind. Auch die Krankenhäuser würden die Einsatzkräfte mit Notstrom versorgen.
Wichtig ist die Kommunikation im Ernstfall. Sirenen und Warnsignale auf dem Handy gehören dazu, die Bevölkerung zu informieren. Anlaufpunkte für Bürger könnten die Einsatzkräfte an markanten Orten einrichten, erkennbar durch gewaltige Scheinwerfer. Und um zwischen den Kräften und über die Region hinaus zu kommunizieren, gehören Notfunkgeräte zur Ausstattung.
Trotz aller Vorbereitung könne der Katastrophenschutz aber nicht gleichzeitig allen Menschen helfen, machten die Referenten deutlich. Deshalb sei auch die Eigenvorsorge der Bevölkerung entscheidend. Bürger sollten sich darauf einstellen, im Ernstfall zumindest für einige Tage selbst zurechtzukommen. Dazu gehören Nahrung, Wärmedecken und vor allem Wasser.
Viele Fragen an die Dozenten
Dass der Katastrophenschutz wieder stärker in den Fokus gerückt ist, zeigt sich auch am Interesse der Besucher. Die Gäste des Vortrags stellten zahlreiche Fragen – unter anderem zu den früheren Zivilschutzräumen. Diese waren ursprünglich vor allem als Schutz vor atomaren, biologischen und chemischen Angriffen vorgesehen. In der Oberpfalz sind die entsprechenden Anlagen inzwischen jedoch alle entwidmet. Aus heutiger Sicht seien solche Schutzräume nicht mehr erforderlich, erklärte Mitko.
Die AWA hatte den Vortrag organisiert, um über die Vorbereitung auf mögliche Krisensituationen zu informieren. Amberg sei für einen Katastrophenfall grundsätzlich gut aufgestellt. Gleichzeitig könne der staatliche Katastrophenschutz nur gemeinsam mit der Bevölkerung funktionieren.
(sb)