
Weiden
Süßer Ertrag und wichtige Bestäubungsarbeit: Bienen am AELF Weiden
Hier summt und brummt es – im Garten des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Weiden. Seit Anfang August betreut Imkerin Edith Höchtl dort ein Bienenvolk, und vielleicht werden es noch mehr.
Rund 30.000 Haustiere hat Edith Höchtl – zumindest im übertragenen Sinne. Die Imkerin betreut seit Anfang August ein Bienenvolk am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Weiden. Unterstützt wird sie dabei von einer Freundin, die selbst Jungimkerin ist.
Aktuell bereiten die beiden das Volk auf den Winter vor. Dazu gehört unter anderem die Fütterung der Bienen. Außerdem müssen die Tiere gegen die Varroamilbe behandelt werden. Der Parasit gilt als eine der größten Gefahren für Honigbienen und kann die Völker erheblich schwächen.
Höchtl imkert bereits seit sieben Jahren. Für sie ist die Arbeit mit den Bienen mehr als nur ein Hobby: Wenn sie bei ihrem Volk ist, könne sie in eine ganz eigene Welt eintauchen. Dass sie nun das Volk am AELF betreuen kann, ist für sie besonders praktisch, weil sie in der Nähe wohnt.
Bienen als Teil des Unterrichts
Auch für das Amt ist das Bienenvolk ein Gewinn. Auf dem Gelände befinden sich unter anderem die Landwirtschaftsschule und die Hauswirtschaftsschule. Damit bietet sich die Möglichkeit, Wissen über Bienen, Landwirtschaft und Natur nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern direkt praktisch zu erleben.
Schulleiter Gerhard Gradl sieht dabei einen ganz konkreten Nutzen: Im Schulgarten wachsen verschiedene Bäume. Die Bienen können bei deren Bestäubung helfen. Die daraus entstehenden Früchte können anschließend sogar in der Schulküche verarbeitet oder direkt gegessen werden.
Beitrag zur Artenvielfalt
Das Bienenprojekt passt außerdem zum Engagement des AELF für mehr Artenvielfalt. Das Amt trägt die Auszeichnung „Blühender Betrieb“, die vom Bayerischen Umweltministerium an Betriebe vergeben wird, die sich für die biologische Vielfalt einsetzen.
Für Gradl fügt sich das Bienenvolk deshalb gut in das Gesamtkonzept ein. Eine intakte Natur sei gerade für die Landwirtschaft entscheidend. Die Bestäubungsleistung der Bienen könne außerdem zu höheren Erträgen beitragen und damit langfristig auch einen Beitrag zur Ernährungssicherung leisten.
Weitere Bienenvölker könnten folgen
Noch steht am AELF nur ein Bienenvolk. Das könnte sich in Zukunft allerdings ändern. Für das kommende Frühjahr ist bereits geplant, einen Ableger zu bilden und damit ein neues Volk aufzubauen.
Auch ein natürlicher Schwarm könnte dazu führen, dass ein weiteres Volk entsteht. Sollte ein Teil des Volkes ausschwärmen, müsste der Schwarm eingefangen und in einer neuen Beute angesiedelt werden.
Damit könnte aus dem zunächst kleinen Projekt in den kommenden Jahren eine größere Bienenhaltung am Amt entstehen. Für Edith Höchtl und das AELF ist das schon jetzt eine Win-Win-Situation: Die Bienen bekommen einen guten Standort, der Schulgarten profitiert von ihrer Bestäubungsleistung – und neben allen genannten Aspekten profitieren natürlich alle auch vom leckeren Ertrag, für den die 30.000 Bienen sorgen.
(kw)