Sulzbach-Rosenberg: Maxhütte als Schauplatz

Die Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg als Schauplatz: Das Landestheater Oberpfalz plant zum 20. Jahrestag der Schließung ein Theaterstück über deren Geschichte.

Das Landestheater Oberpfalz plant ein geschichtsträchtiges Stück in Sulzbach-Rosenberg. Die Idee ist, die dramatische Schließung des traditionsreichen Eisenhüttenwerks vor 20 Jahren vor Ort theatralisch darzustellen. Dazu wird ein Autorenwettbewerb ausgeschrieben, mit dem die beste Möglichkeit zur Umsetzung der Idee gefunden werden soll.

Auf ihrer Homepage landestheater-oberpfalz.de stellt das LTO den Wettbewerb so vor:

Am 23. September 2002 fand in der Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg der letzte Hochofenabstich statt. Der Konkurs des seit über hundertfünfzig Jahren bestehenden Unternehmens bedeutete nicht nur den Verlust von knapp zweitausend Arbeitsplätzen, sondern markierte auch einen Strukturwandel, der immer noch nachhallt und das gesellschaftliche Leben der Region bis heute prägt.

Für den Sommer 2022 plant das Landestheater Oberpfalz eine Theaterproduktion zur Maxhütte und ruft hierfür Autor*innen auf, sich im Rahmen eines Wettbewerbes für einen Stückauftrag zu bewerben. Das Stück soll im Sommer 2022 als Freilichtaufführung für etwa 200 Besucher auf der Hochofenplaza des stillgelegten Betriebsgeländes in Sulzbach-Rosenberg gespielt werden. Geplant ist eine Inszenierung mit 90 bis 120 Minuten Spieldauer, die das Gelände mit einbezieht und deren Szenen ggf. auch an mehreren unterschiedlichen Schauplätzen vor dem Hochofen gespielt werden können. Darüber hinaus werden Mitwirkungsmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung angestrebt – sei es als Kleindarsteller*innen oder auch durch die Einbeziehung von Gruppen wie Chören oder Musikformationen. Inhaltlich soll sich der Text neben der Schließung auch mit der Geschichte der Maxhütte beschäftigen und in einer frei zu wählenden Form mehrere unterschiedliche Zeitebenen behandeln, wobei auch der Einsatz von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen während der NS-Zeit thematisiert werden soll.

Wie der künstlerische Leiter Till Rickelt im OTV-Interview betont, ist es das erste Mal in der Geschichte des Landestheaters, dass ein Autorenwettbewerb ausgeschrieben wird. Er erhofft sich davon neue Impulse und eine Vielzahl an Entwürfen, wie das Theater mit so einem geschichtsträchtigen Thema umgehen kann.

(gb)