Tirschenreuth: Universitätskliniken Regensburg und Erlangen starten Studie zu Coronavirus-Antikörpern

Der Landkreis Tirschenreuth und die vergleichsweise hohen Infektionszahlen mit dem Coronavirus haben deutschlandweit für Aufsehen gesorgt. Mittlerweile hat sich die Lage im Landkreis aber wieder entspannt. Allerdings möchte man jetzt wissen, wie viele Menschen sich tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert haben. Hier stehen besonders Infektionen im Fokus, die unbemerkt verlaufen sein könnten.

Aufschluss darüber soll jetzt eine Studie geben. Diese trägt den offiziellen Namen „Prospektive Covid19-Kohorte Tirschenreuth“ – kurz auch „TiKoCo19“ genannt. Insgesamt wurden 4.800 Menschen im Landkreis Tirschenreuth angeschrieben. Laut Prof. Dr. Ralf Wagner vom Institut für klinische Mikrobiologie und Hygiene am Universitätsklinikum Regensburg erhoffe man sich insgesamt eine Teilnehmerzahl von rund 3.600 Menschen. Das Universitätsklinikum Regensburg führt die Studie gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Erlangen durch.

Mit der Studie möchten die Wissenschaftler mehr über eine mögliche Bildung von Antikörpern gegen SARS-CoV2 in der Bevölkerung im Landkreis Tirschenreuth herausfinden. Denn die Mediziner vermuten, dass die Zahl der Infizierten weit über den denjenigen liegt, die bereits aufgrund von Symptomen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Für den Landkreis Tirschenreuth stellt die Studie laut Landrat Roland Grillmeier eine Chance dar. Denn so könne man präzisere Rückschlüsse auf die hohen Infektionszahlen vom März ziehen.

In vier bis sechs Monaten soll eine weitere Blutentnahme folgen. Dann könne man laut Prof. Dr. Ralf Wagner dann vergleichen, wie sich die Antikörperzahlen in diesem Zeitraum verändert haben.

(awa)