Tirschenreuth: Zusammenhalten und regional agieren

Landtagsabgeordneter Tobias Reiß und Europaabgeordneter Christian Doleschal trafen sich vor kurzem mit Landrat Roland Grillmeier zum Arbeitstreffen. Man zog Bilanz zur Corona-Krise, debattierte aktuelle landkreisrelevante Themen und nicht zuletzt konnte ein positiver Ausblick in Richtung Zukunft verkündet werden.

Der Landrat stellte heraus, dass man dieses Format der Abstimmung mit MdL und parlamentarischen Geschäftsführer Tobias Reiß und MdEP Doleschal nun beginnt und regelmäßig fortgeführt werden soll. „Für die erfolgreiche Entwicklung der Region waren in den letzten Jahren das Zusammenspiel von aktiver und ideenreicher Kommunalpolitik und die Nutzung von Fördermöglichkeiten in der Region mit besonderem Handlungsbedarf das Erfolgsgeheimnis. Hier habe MdL Reiß wichtige Grundlagen in München geschaffen“. Es gilt diesen Weg koordiniert und mit aktiver Wirtschaftsförderung und Regionalmanagement weiterzuführen. Diese beiden Fachbereiche gehören zu den Stabsstellen des Landrats und hier gilt es Konzepte zu entwickeln und abzustimmen, auch in der Nordoberpfalz und in Richtung Tschechien.

Im Gespräch tauschte man sich auch über die vergangenen Wochen der Bewältigung der Krise aus. „Ich war von Anfang an über MdL Reiß in Abstimmungsgesprächen mit dem Innen- und Gesundheitsministerium eingebunden“, dafür bedankte sich Landrat Grillmeier. „Der frühe Einsatz von MdL Reiß habe auch mit dazu beigetragen, die anstehende Studie der Uni Regensburg für den Landkreis Tirschenreuth einzuleiten“, so der Landrat. Die Studie soll weiter zur Aufklärung und zur Bewältigung der Pandemie beitragen.

„Die Corona-Krise hat den Landkreis mit Sicherheit hart getroffen. Wir haben zwar viele Übungen im Bereich Katastrophenschutz abgehalten – aber ein Training für ein solches Szenario konnte vorher nie durchgeführt werden“, so Regina Kestel. Die Regierungsdirektorin am Landratsamt Tirschenreuth, die auch die Leitung des Krisenstabes übernommen hatte, konnte aber dennoch ein insgesamt positives Resümee aus der Krisenbewältigung ziehen. „Obwohl wir uns am Anfang des Katastrophenfalls schon fast überrollt fühlten, haben wir dies alles bewältigt. Sämtliche Kolleginnen und Kollegen – vor allem am Gesundheitsamt – stießen mit ihrem Arbeitspensum förmlich an ihre Grenzen. Aber niemand hat aufgegeben, jeder ist über sich hinaus gewachsen“.

Am Anfang der Krise sei zunächst mal das Problem der Beschaffung von Schutzmaterial gestanden, so Kestel. In diesem Zuge hätte es z. B. auch erst mal völlig überzogene Angebotspreise für Mund- und Nasenschutzmasken gegeben. „Das hat sich zum Glück mittlerweile wieder normalisiert“, so Kestel weiter. In der Zwischenzeit seien die Läger voll und man wäre auch für eine erneute Welle ausreichend gerüstet.
Zudem wurde das RKI beauftragt, das Infektionsgeschehen und die hohen Fallzahlen der Infizierten und Todesfälle zu erforschen um hier bei der Aufklärung der offenen Fragen eine entsprechende Antwort geben zu können. Der Bericht wird Anfang Juli erwartet.

Neue Aufbruchstimmung und Optimismus
Landtagsabgeordneter Tobias Reiß lobte vor allem den Zusammenhalt und die große Geduld, mit der die Bevölkerung, Rettungsorganisationen und Behörden die Situation bewältigt haben. Die ersten Wochen der Krisenbewältigung seien aber ein Problem gewesen: „Wir haben daraus gelernt und können in Zukunft sowohl im Landkreis als auch in ganz Bayern schneller und auch besser reagieren!“
„Sämtliche Hilfsdienste von BRK bis zur Bundeswehr haben Großes geleistet. Wir gehen aus dieser Krise mit einem gestärkten Selbstvertrauen.“ Bei ihm selbst glühten die Drähte in den ersten Wochen der Krise heiß, denn es galt die bislang ungeahnten Szenarien aus dem besonders betroffenen Landkreis Tirschenreuth auf direktem Wege an Bayerns obersten Katastrophenmanager, Staatskanzlei Florian Hermann und dessen Ministerkollegen Melanie Huml (Gesundheit) und Joachim Herrmann (Inneres) weiterzugeben. Der Freistaat habe Vorkehrungen getroffen, die bei einer zweiten Welle ein schnelles Eingreifen möglich machen. So wird zum Beispiel Personal abgestellt, das in sogenannten „Contact Tracing Teams“ die Nachverfolgung von Infektionsketten und die telefonische Ansprache der Betroffenen übernimmt.

Märkte laufen wieder an – Digitalisierung bleibt im Fokus
Wirtschaftsförderer Dr. Volker Höcht berichtete über die Entwicklungen während der Corona-Krise bis aktuell. Vor allem die Beschränkungen im Grenzverkehr zu Tschechien seien eine große Belastung für die Unternehmen im Landkreis gewesen.
In diesem Kontext habe man viele Maßnahmen ergriffen, um die Betriebe zu unterstützen. „Mit der deutschen Botschaft in Prag haben wir einen verlässlichen Partner für unsere Region. Gerade in der sich immer wieder schnell ändernden Lage, war es wichtig, dass unsere Strukturen ineinandergreifen, Kontakte genutzt werden und man zusammenhält. Kammern, Landratsamt und wir Abgeordnete haben versucht so schnell wie möglich zu informieren, zu helfen und zu koordinieren“, so Europaabgeordneter Christian Doleschal.
„Unseren Fokus legen wir weiter auf die Digitalisierung in den Unternehmen und auf die Aus- und Weiterbildung zur Gewinnung von Fachkräften. Ebenso möchten wir die MINT-Projekte weiter vorantreiben.“ Künftig wolle man über diese Aktionen auch via Social Media berichten. Hierzu würden aktuell entsprechende Kanäle eingerichtet.

Für Regionalmanager Florian Rüth, stehen künftig das Rückkehrermanagement sowie eine Imagekampagne für den Landkreis im Mittelpunkt: „Wir brauchen uns hier nicht mehr verstecken. Wir können zeigen, wozu der Landkreis Tirschenreuth fähig ist!“ Man warte aber noch auf die Bewilligung der geförderten Maßnahmen durch die Regierung der Oberpfalz, ehe man starten könne.

Identität geben und Fachkräfte sichern
Christian Doleschal begrüßte die eingeleiteten Maßnahmen und unterstrich, dass die Identitätsbildung für die heimische Region nach wie vor zentraler Punkt sein müsse. Auch die Wirtschaft im Landkreis Tirschenreuth müsse durch attraktive Rahmenbedingungen gefördert werden. Fachkräfte möchte man gewinnen und aktives Rückführungsmanagement betreiben: „Die Botschaft von uns an die jungen Menschen ist enorm wichtig. Wir wollen sie in der Heimat halten bzw. zurückgewinnen und für den Landkreis begeistern. Wir haben hier so viel zu bieten, von der Lebensqualität über die touristischen Attraktionen bis hin zur Infrastruktur. Unsere Hausaufgaben haben wir dank fundierter zukunftsweisender Politik erfolgreich gemacht. Auch die Corona-Krise hat zum Vorschein gebracht, dass wir im Landkreis Tirschenreuth wahre Kämpfer sind und solidarisch handeln!“

Lektion gelernt und gestärkt hervorgegangen
„Die letzten Wochen und Monate haben uns alle geprägt und gefordert. Umso erfreulicher ist es für mich, dass wir dank der Hilfe vieler Beteiligter die Herausforderungen meistern konnten. Ich bin sehr stolz auf die Menschen, mit denen wir gemeinsam diese Zeit durchgestanden haben“, so Landrat Roland Grillmeier. „Bundesweit hat es uns vor allem in der Anfangsphase der Corona-Krise arg gebeutelt. Die Krise hat unser Gemeinschaftsgefühl geprägt und wir können gestärkt nach vorne schauen.“

(Bild- und Textquelle: Landratsamt Tirschenreuth)