
Was sollten Studierende im Jahr 2026 beachten?
Studium im Aufschwung: Die Studierendenzahlen steigen wieder
Insgesamt 572 neue Studierende entschieden sich zum Sommersemester 2025 in Weiden und Amberg für den Start ins Studentenleben. Deutschlandweit lag die Gesamtzahl der Studienanfänger in 2024/25 bei 490.304. Fast 10.000 Erstsemester mehr als im Vorjahr. Gute Vorzeichen, denn seit 2020 verzeichneten deutsche Universitäten und Hochschulen trotz steigender Studienanfängerzahlen einen konstanten Studierendenrückgang.
Die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium wird voraussichtlich noch bis 2027 die Zahl der Studienneuanfänger sinken lassen. Laut Kultusministerkonferenz (KMK) ist jedoch Licht am Horizont zu sehen: Spätestens ab 2027 ist wieder mit einem kontinuierlichen Zuwachs an Neuzugängen zu rechnen. Bis 2035 wird sogar ein Spitzenwert von 526.800 erwartet. Gute Aussichten für den von Fach- und Arbeitskräftemangel gebeutelten Arbeitsmarkt.
Studium 2026: Welche Kompetenzen sind gefragt?
Wer heute ein Studium beginnt, möchte schon im ersten Semester wissen, ob es zum Studienabschluss noch die zum Studiengang passenden Jobs gibt. Eine pauschale Empfehlung zu gefragten Studiengängen und Kompetenzen ist und bliebt schwierig. Der älteste Ratschlag hat daher weiter Bestand: Studiert, was euch Spaß macht. Bereits während des Studiums kommt es jedoch darauf an, den zukünftigen Berufsweg mitzudenken und sowohl im Studium als auch durch Praktika, Nebenjobs und Auslandsaufenthalte relevante Kernkompetenzen zu erwerben.
Schlüsselkompetenzen: Von Digitalisierung und KI bis Medizin und Ingenieurwesen
Ob auf dem Arbeitsmarkt oder unter Studienanfängern, zu den gefragtesten Studiengängen zählen auch in 2026:
- MINT-Studiengänge: Umfragen sowie Einschreibungen an Unis zeigen, dass sich medizinische und MINT-Studienfächer zunehmender Beliebtheit erfreuen. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Bereiche also, die gute Zukunfts- und Gehaltschancen versprechen. Vor allem Data Science und Informatik bieten Allround-Schlüsselkompetenzen, die durch fortschreitende Digitalisierung und KI-Anwendung branchenübergreifend gefragt sind. Maschinenbau, Elektrotechnik sowie Wirtschats- und Bauingenieurwesen bieten wiederum Kernkompetenzen, die hinsichtlich Energieeffizienz, technologischer Transformation und Industrie 4.0 begehrt sind.
- Medizin: In medizinischen Fächern sind Humanmedizin und Gesundheitswissenschaften ganz vorne mit dabei. Die Branche sucht zudem in der Inneren Medizin händeringend nach Fachpersonal und Spezialisten. Vor allem hier bieten sich vielseitige Karrierewege und Karrierechancen durch berufliche Differenzierungsmöglichkeiten, Zusatzqualifikationen, Schwerpunktweiterbildungen und Spezialisierungen.
- Biotechnologie und Umweltingenieurwesen: Als Schlüsselbranchen in Zeiten technologischer Fortschritte und ökologischer Herausforderungen bieten Biotechnologie und Umweltingenieurwesen gefragte Kompetenzen für zukunftsträchtige Industrien. Dazu zählen unter anderem die Pharmabranche, die Lebensmittelindustrie, die Medizintechnik und die Biomedizin. Umweltingenieure sind zudem im Umwelt-, Energie- und Abfallmanagement sowie in der Forschung, Entwicklung und Beratung gefragt.
Wohnungsmangel: Die erste Hürde im Studium
Die Zahl der Studienanfänger steigt, die Zahl freier Wohnungen leider nicht. Weiterhin zählt die Wohnungssuche zu den ersten und größten Hürden zum Studienstart. Verfügbare Studentenwohnheimplätze sind zudem knapp, während Einzelwohnungen und WGs deutschlandweit teurer werden.
Studierende sollten daher unbedingt bereits vor Semesterstart nach einer bezahlbaren Bleibe suchen. Zwei bis drei Monate kann die Suche parallel zu Studienvorbereitungen beanspruchen. Gut zu wissen: Viele Studentenwohnheime akzeptieren auch ohne Immatrikulationsbescheinigungen vorläufige Bewerbungen auf Wohnheimplätze. Bescheinigungen können oftmals nach erfolgreicher Immatrikulation nachgereicht werden.
Nicht vergessen: Eine wichtige Anlaufstelle für die Suche nach Wohnheimplätzen sowie für allgemeine Fragen zur Wohnungssuche sind die Studierendenwerke der Unis.
Finanzen im Studium immer im Blick behalten
Zum Schritt ins Studium gehört auch 2026 die nötige Finanzierung. Diese sollten sich möglichst übersichtlich, sicher und flexibel verwalten lassen. Girokonten für Studenten bieten besondere Vorteile – sie sind zum Beispiel kostenlos und kommen mit einer eigenen Visa-Debitkarte. So lassen sich BAföG-Gelder, erste Gehälter aus Neben- oder Werkstudentenjobs oder Geldgeschenke von Verwandten zuverlässig verwalten.
Spätestens im Auslandssemester führt kein Weg an einem eigenen Girokonto vorbei, mit dem sich weltweit Geld abheben oder bezahlen lässt. Die größten Vorteile eines Studierendenkontos sind:
- Kontoführung bis zu bestimmter Altersgrenze kostenlos (je nach Bank meist bis 27 oder 28 Jahre)
- Kostenlose Visa Debitkarte meist inklusive
- Je nach Bank auch bei überschrittener Altersgrenze kostenlose Kontoführung bei bestimmten Mindestgeldeingang
- Mobile und Online-Banking von unterwegs möglich, inklusive Push-Benachrichtigungen zu Kontobewegungen und Umsätzen
Praktikum, Werkstudent, Nebenjob: In Zukunftsbranchen reinschnuppern
Die wohl beste Voraussetzung, um nach dem Studium den Schritt ins Berufsleben zu meistern, ist ein Praktikum oder Werkstudentenjob während des Studiums. So lassen sich schon im Studium wichtige Branchenkontakte knüpfen und Praxiserfahrung sammeln. Auch ein Nebenjob oder die Tätigkeit als Werkstudent kann übrigens als Praktikum angerechnet werden, sofern die Anstellung studienrelevant ist. Ob eine Anerkennung möglich ist, sollte rechtzeitig mit dem Praktikumsausschuss abgeklärt werden.
Arbeiten neben dem Studium: Auf Arbeitszeiten und Gehaltsgrenzen achten
Um mit der Arbeit neben dem Studium weder die zukünftige Karriere, das Studium oder die Studienförderung zu gefährden, gilt es folgende Aspekte zu beachten:
- Im Semester dürfen Studierende höchstens 20 Stunden wöchentlich arbeiten, um den beitragsfreien oder -ermäßigten Studierendenstatus zu behalten
- Während der Semesterferien dürfen Studierende mehr als 20 Stunden arbeiten, solange die Anstellung befristet ist
- Mini- und Nebenjobs, deren Bezahlung die beitragsfreie Verdienstgrenze für Studierende nicht überschreitet, bleiben von Steuern und Abgaben befreit
- Überschreitet das Gehalt aus Neben-/Minijobs oder Praktika die Verdienstgrenze, so können Studierende aus der beitragsfreien Mitversicherung der Eltern/Erziehungsberechtigten fallen
- Um Kürzungen der BAföG-Förderung zu vermeiden, sollten Studierende auf die geltende Einkommensgrenze achten (in 2025: 556-Euro-Minijob-Basis)
Ganz gleich, ob durch Praktikum, Minijob, Werkstudentenjob oder erste Selbstständigkeit, praktische Berufserfahrung kann im Studium ungeahnte Karrierechancen eröffnen. Studierende sollten daher nicht nur auf das obligatorische Pflichtpraktikum, wie es in einigen Studiengängen zur Studienordnung zählt, warten. Schon im Studium lassen sich proaktiv Praxiserfahrungen sammeln und Branchenkontakte knüpfen.
Studieren für eine krisenresistente Karriere
Die Anforderungen an Studierende werden nicht weniger: KI-resistent sollen sie sein, um den Karriereweg gegen eine zu schnelle Automatisierbarkeit zu sichern. Dafür braucht es heute eine Mischung aus Hybridqualifizierungen sowie interdisziplinär anwendbaren und gern auch digitalen Schlüsselkompetenzen, um für verschiedene Fachgebiete und Branchen wertvoll zu sein. Gleichzeitig bleiben weiterhin soziale Kompetenzen und Soft Skills wie Anpassungs- und Kommunikationsfähigkeit sowie Empathie gefragt.
Wer sich von Anfang an branchenübergreifende Kernkompetenzen und gesellschaftlich relevantes Fachwissen aneignet und sich den Spaß am Studium bewahrt, ist auf einen sich schnell wandelnden Arbeitsmarkt optimal vorbereitet.
(exb)