Weiden: Der Fall Buback – ungelöst?!

Deutscher Herbst. Ein trauriges Kapitel in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Eine Welle von Terroranschlägen der RAF, der sogenannten Roten Armee Fraktion, erschütterte das Land. Ein ganz besonderer Mord leitete im April 1977 den Deutschen Herbst ein: das Attentat auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback. Dessen Sohn, Prof. Dr. Michael Buback, sprach gestern in der Volkshochschule Weiden auf Einladung des Freundeskreises der Evangelischen Akademie Tutzing.

„Das ist ein großer Triumph für die Attentäter. Sie haben den Generalbundesanwalt ermordet und bleiben dafür unbestraft“, so der Redner. Buback ist nämlich überzeugt davon, dass die vom Staat benannten drei Täter nicht die tatsächlichen Mörder sind, die damals vom Motorrad aus das Attentat ausgeübt hatten. Seiner Überzeugung nach ist Verena Becker die Schützin, die jedoch 2012 tatsächlich nur wegen psychischer Beihilfe zu einer eher symbolischen Strafe verurteilt worden ist. Nach den Worten Bubacks habe Verena Becker als geheime Informantin für den Verfassungsschutz gearbeitet und sei deswegen in dem gesamten Ermittlungsverfahren von staatlichen Stellen geschützt worden.

Über seine akribischen Recherchen und seine Erfahrungen als Nebenkläger in dem Prozess gegen Verena Becker hat Prof. Buback zusammen mit seiner Frau Elisabeth Buback ein Buch geschrieben: „Der General muss weg“. Es ist bereits das zweite Buch des Sohnes von Siegfried Bubach. Das erste trägt den Titel „Der zweite Tod meines Vaters“. Beide Bücher sind gestern bei dem Vortrag vorgestellt worden. Sie behandeln die Hintergründe des Attentats und die Rolle des Staates bei dessen Aufklärung. Fazit von Michael Buback gestern: „Es ist ein Urübel, wenn staatliche Stellen mit Terroristen kooperieren“. (gb)