Weiden: So läuft die mögliche Bombenentschärfung am 27. September ab

In wenigen Tagen wird in Weiden womöglich evakuiert. Der Grund: Es besteht der Verdacht einer Fliegerbombe in der Nähe des Wasserwerk-Stadions. Die Vorbereitungen auf die mögliche Evakuierung laufen auf Hochtouren. Bereits Anfang Juli gab es die ersten Besprechungen. Bei Erkundungen stieß man auf vier Verdachtspunkte. Drei dieser Punkte konnten bereits als harmlos eingestuft werden. Beim vierten Punkt könnte es sich allerdings um eine Fliegerbombe handeln. Am Freitag wird an dieser Stelle erneut sondiert und etwas Erde abgetragen. Erst dann entscheidet sich, ob tatsächlich am Sonntag evakuiert werden muss.

Insgesamt müssen 1.425 Menschen laut Nicole Hammerl von der Führungsgruppe Katstrophenschutz ihre Häuser verlassen. Im Umkreis von 500 Metern soll, falls der Verdacht bestätigt wird, am kommenden Sonntag geräumt werden. 500 Helfer mit 170 Fahrzeugen sind im Rahmen der Evakuierung im Einsatz. Die Kräfte kommen dafür teilweise aus dem Nachbarbezirk Niederbayern.

Evakuierung Klinikum Weiden
Von der Evakuierung ist der Neubau-Trakt des Klinikums Weiden sowie das Schwesternwohnheim und die komplette Küche betroffen. Die Patienten werden bei der Teilevakuierung auf anderen Stationen untergebracht und behandelt. Laut Vertretern des Klinikums sei die Versorgung zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Patienten können am Sonntag das Klinikum nicht mehr mit dem Privatauto anfahren. Der Transport erfolge nur noch über die Koordination über die Integrierte Leitstelle.

Evakuierung Integrierte Leitstelle
Die ILS Nordoberpfalz wird schon diese Woche umziehen und zeitweise in München unterkommen. Ab Donnerstag werden dann die Einsätze der ILS in München koordiniert. Es ist das erste Mal, dass eine Leitstelle komplett an einen anderen Standort umzieht.

Evakuierung BRK Altenheim
88 Bewohner des BRK Altenheims müssen ihr Heim verlassen. Nach dem Frühstück geht es für 86 Bewohner in die Europaturnhalle. Zwei Senioren können bei ihrer Familie unterkommen. Die Senioren werden alle einzeln in die Europaturnhalle gebracht, damit die Coronahygieneregeln eingehalten werden. So gibt es für jeden Senioren einen eigenen Krankenwagen. Der Transport wird dabei in Vollschutz umgesetzt, das heißt mit Maske, Kittel und Augenschutz.

Straßensperrungen
Ab 7 Uhr wird die Neustädter Straße gesperrt sein. Auf der B22 und Am langen Steg laufe der Verkehr auf Anfrage so lange es gehe. Wahrscheinlich werden diese Straßen ab 11 Uhr gesperrt, wenn über das weitere Vorgehen zur Entschärfung entschieden wurde.

Polizei vor Ort
Die Polizei Weiden wird mit Kräften aus Eichstätt und Nürnberg mit Diensthunden, Drohnen und Pferden unterstützt. Die Polizei bittet die Bewohner, ihre Ausweise griffbereit zu haben. Es könne ansonsten zu Schwierigkeiten bei der Rückkehr in die Wohnung geben.

Notunterkunft Max-Reger-Halle
Rund 300 Menschen, die ihre Wohnungen am Sonntag räumen müssen, können in der Max-Reger-Halle Unterschlupf finden. Sie werden per Shuttleservice zur Notunterkunft gebracht. Dort wird das BRK die Menschen betreuen. Vor Einlass wird Fieber gemessen und ein Fragebogen ausgefüllt.

Evakuierungssonntag
Beginn am Sonntag wird voraussichtlich 6 Uhr sein. Ab 8 Uhr muss der Sperrbereich gesichert sein. Am Evakuierungstag wird ein Live-Ticker auf www.weiden.de laufend neue Informationen liefern. Ebenso wird es Informationen über die Warn-App Nina, die Stadt-Weiden-App und Radiodurchsagen geben. Natürlich werden wir auch auf unseren Social-Media-Kanälen informieren.

Bürgertelefon
Für Fragen rund um die Evakuierung ist jederzeit das Bürgertelefon der Stadt erreichbar. Unter der Telefonnummer 0961/811-3838 oder der E-Mail bt@weiden.de erhalten Sie Informationen. (sh)