Amberg: Sensationsfund schreibt Stadtgeschichte neu

Sensationsfund in Amberg: Ein Hobbygärtner findet Scherben eines keltischen Bierkrugs in seinem Garten. Die zeigen: die Biertradition reicht noch weiter zurück als bisher angenommen.

Winfried Steinl ist Hobbygärtner und als er Humus für seine Beete ausgegraben hat, hat er einen Sensationsfund in seinem Garten gemacht: Er hat alte Scherben gefunden. Da diese so ein besonders auffälliges Muster hatten, sei er gleich hellhörig geworden, erzählt Steinl im Interview. Seine Vermutung: Die Scherben könnten mit den archäologischen Ausgrabungen in Kümmersbruck zusammenhängen. Deshalb habe er sich entschieden, das Stadtarchiv Amberg zu kontaktieren.

Scherben eines keltischen Bierkrugs
Das Stadtarchiv Amberg bestätigte dann Steinls Vermutung: Es handelt sich tatsächlich um historische Scherben. Sie gehören zu einem keltischen Bierkrug.

Der Fund sei eine kopernikanische Wende in der Amberger Stadtgeschichte, so Leiter des Stadtarchivs Dr. Andreas Erb. Steuere Amberg doch bereits auf das 1.000-jährige Stadtjubiläum zu. Doch nun zeige sich, dass die Stadt wesentlich älter ist. Man wusste zwar bereits, dass Kelten hier gesiedelt haben, aber die Scherben zeigen, dass es sich bei den Kelten um waschechte Amberger handle, betont Erb.

Stadtgeschichte muss umgeschrieben werden
Die Scherben seien so aufwändig und mit Liebe zum Detail gefertigt worden, dass man darin die große Wertschätzung der Kelten für das Amberger Bier sehen kann, erklärt Erb. Damit müsse nun die gesamte Stadtgeschichte angepasst werden. Denn die Amberger Biertradition geht um einige Jahre weiter zurück als bisher gedacht.

(vl)