Amberg

Amberger Dult vor dem Umbruch

Die Amberger Dult steht vor einer Zäsur. Aufgrund mehrerer Baumaßnahmen kann das bisherige Dult- und Messegelände ab 2027 nicht mehr wie gewohnt genutzt werden. Für das kommende Jahr ist deshalb zunächst eine kleinere Übergangslösung geplant. Gleichzeitig arbeiten die Stadt und die Amberger Congress Marketing GmbH an einem neuen, langfristigen Konzept.

Zweimal im Jahr lockt die Amberger Dult Besucher auf das Dultgelände. Doch ab 2027 muss sich die traditionsreiche Veranstaltung verändern. Grund dafür sind anstehende Bauarbeiten rund um das Gelände. Voraussichtlich Anfang 2027 soll der Bau eines neuen Kreisverkehrs an der Abzweigung Werner-von-Siemens-Straße/Bruno-Hofer-Straße zwischen Siemenswerk und Dultplatz beginnen.

Während der Bauarbeiten wird der Knotenpunkt an der Werner-von-Siemens-Straße vollständig gesperrt. Eine Behelfsstraße am Rande des Dultplatzes soll jedoch die Verbindung offenhalten. Zudem sind Umleitungen und provisorische Bushaltestellen geplant. Die Betriebe im Industriegebiet Süd sollen während der gesamten Bauzeit erreichbar bleiben, erklärte heute Oberbürgermeister Michael Fritz auf OTV-Anfrage.

Doch auch danach wird das Dultgelände nicht wieder vollständig zur Verfügung stehen. Siemens plant eine umfassende Erneuerung seines Produktions- und Entwicklungsstandorts in Amberg. Bis 2030 soll dort eine neue, KI-basierte, digitalisierte und automatisierte Zukunftsfabrik entstehen. Der Konzern investiert allein in den Neubau rund 200 Millionen Euro.

Siemens AG

Luftbildaufnahme des bestehenden Standorts, ergänzt um eine Visualisierung der Smart Factory. Auf dem heutigen Parkplatz soll die neue Fertigung entstehen.

Die neue Fabrik soll auf dem großen Mitarbeiterparkplatz vor dem Siemens-Haupteingang errichtet werden und einen erheblichen Teil der bisherigen Parkplatzfläche beanspruchen. Damit werden neue Stellflächen für die Beschäftigten benötigt. Deshalb spielt auch das benachbarte Dult- und Messegelände bei den weiteren Überlegungen zur Flächennutzung eine Rolle.

Im Zuge der Bauarbeiten auf dem Mitarbeiterparkplatz der Siemens AG werden wegfallende Parkplätze auf anderen Flächen ersetzt.

Dazu stellt die Stadt Amberg ab Frühjahr 2027 folgende Flächen bereit:

  • 300 Parkplätze an der Heinrich-Hertz-Straße
  • 450 Parkplätze – auf einer Teilfläche des Dultplatzes, davon 150 befristet während der Bauarbeiten.

Außerhalb des Schichtbetriebes stellt Siemens weiterhin seine Parkflächen der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Quelle: Siemens AG

Für die Amberger Dult bedeutet das: Das Gelände wird auf Dauer nicht mehr in der gewohnten Form zur Verfügung stehen.

Übergangslösung für 2027 wird kleiner ausfallen

Für den Veranstalter, das Amberger Congress Marketing, bedeutet das, dass ein neues Konzept her muss. „Wir arbeiten seit Monaten an neuen Ideen und Konzepten für die Amberger Dulten”, sagt ACM-Vorstandsmitglied Erika Sauerwein.

Für 2027 ist zunächst eine Übergangslösung geplant. Fest steht bereits, dass die Dult dabei kleiner ausfallen wird als bislang. Trotzdem soll die Tradition erhalten bleiben und ein attraktives Volksfest für möglichst viele Altersgruppen angeboten werden.

Wie genau diese Übergangsdult aussehen wird, wo sie sein soll, und welche Angebote dazugehören werden, ist noch offen. Die Planungen laufen intensiv und nehmen zunehmend Form an, heißt es von der Stadt. Schausteller, Gastronomiepartner und Dienstleister seien bereits über die neue Situation informiert worden.

Nicht alle Veränderungen werden einfach werden. Gerade für Festwirt, Schausteller und weitere Beteiligte müssen neue Rahmenbedingungen gefunden werden. Erika Sauerwein sieht im notwendigen Umbau der Dult dennoch auch eine Chance für einen Neubeginn. Sollte sich die Übergangslösung im Jahr 2027 bewähren, könnten Teile davon später dauerhaft übernommen werden.

Neues Gesamtkonzept soll 2027 folgen

Die Amberger Congress Marketing GmbH will das Übergangskonzept voraussichtlich im November der Öffentlichkeit vorstellen. Parallel dazu wird an einer langfristigen Lösung gearbeitet. Das neue Gesamtkonzept für die künftigen Dulten soll im Laufe des kommenden Jahres präsentiert werden.

Dabei geht es nicht nur um die Frage nach einem geeigneten Platz. Auch Form und Angebot des Volksfestes sollen grundsätzlich überprüft werden. Das Ziel ist ein „frisches, ansprechendes Format“, das die Anforderungen an ein modernes Volksfest erfüllt und gleichzeitig die Tradition der Dult bewahrt.

Oberbürgermeister Michael Fritz betont die Bedeutung der Veranstaltung für die Stadt. Volksfeste gehörten zum regionalen Kulturgut, brächten Menschen zusammen und stärkten das Gemeinschaftsgefühl. Für ihn steht deshalb fest: Die Amberger Dult soll auch künftig eine feste Größe im Veranstaltungskalender bleiben.

Standortwechsel gehören zur Geschichte der Dult

Veränderungen sind für die Amberger Dult nichts Neues. Ihre Geschichte reicht bis ins Jahr 1364 zurück. Was damals als Jahrmarkt begann, hat sich im Laufe der Jahrhunderte zum heutigen Volksfest entwickelt.

Sowohl die Termine als auch die Veranstaltungsorte wechselten in dieser Zeit mehrfach. Immer wieder musste die Dult an neue Anforderungen angepasst werden. Ab 2027 beginnt dann das nächste Kapitel.

(bg)

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