
Weiden
Testamentenfälschung: Verteidiger will Einstellung des Prozesses
Verteidiger Adam Zurawel stellte heute Mittag und Nachmittag 4 weitere Anträge, von denen 2 Anträge sogenannte Verteidigererklärungen beinhalteten. Zurawel sieht seinen Mandanten als unschuldig an. Er habe keineswegs das Testament seiner verstorbenen depressiven Lebenspartnerin selbst geschrieben, um an die etwas mehr als 3 Millionen Euro an Geld- und Sachwerten zu gelangen. Die 3 geladenen Zeugen – Freunde und Bekannte des Angeklagten – hätten vielmehr die Verteidigerthese erhärtet, dass es ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen ihm und seiner früheren Partnerin gegeben habe.
Eine der Freunde und Bekannte war heute eine Frau, die den Angeklagten bereits seit dessen Jugend kennt. Er war ein früherer Arbeitskollege. Immer wieder mal seien sie in Kontakt gewesen – per Mail und alle 2 Jahre beim Ehemaligentreffen von Mitarbeitern. Zweimal habe er auch seine Lebenspartnerin mitgebracht. Diese sei sehr krank gewesen, depressiv, wie sie berichtete. Sie hätten aber ein gewisses Vertrauensverhältnis gehabt und vor allem ein gemeinsames Interesse: das Engagement für den Naturschutz.
Verteidiger Zurawel will jetzt erreichen, dass das Verfahren eingestellt wird und kritisiert dabei, wie die Anklagepunkte begründet werden. Eine Entscheidung erwartet er noch in dieser Woche. Er hatte als Verteidiger nämlich vor Kurzem Haftbeschwerde eingereicht, weil sein Mandant unschuldig im Gefängnis sitze. Der Angeklagte ist vor wenigen Wochen im Gerichtssaal festgenommen worden, weil die Kammer Verdunkelungsgefahr sah.
(tb)