30 Jahre OTV – 30 Geschichten
30 Jahre 30 Geschichten: Angst vor der Jahrtausendwende – und Vergleich mit heute
In unserer Rubrik 30 Jahre 30 Geschichten blicken wir heute auf etwas zurück, dass Sie garantiert nur einmal erleben: den Jahrtausendwechsel. Die Ängste von damals und welche Realität daraus heute geworden ist.
Alle zwölf Monate lassen wir es weltweit krachen – und feiern den Beginn eines neuen Jahres. Feuerwerk, wochenlange Planungen für die große Party, ja auch die Kopfschmerzen am Neujahrstag sind also Routine quasi. Mit einer Ausnahme: der Jahreswechsel 1999 auf 2000. Denn eine Jahrtausendwende, so viel ist sicher, ist keine Routine, sondern erlebt man nur einmal im Leben. Vor allem aber sorgte der Jahrtausendwechsel für große Angst. Im Einzelhandel gab es Hamsterkäufe und im Angebot Survival-Pakete.
Vielleicht war die große Angst vor dem Jahrtausendwechsel auch der Grund, warum viele Silvesterpartys damals abgesagt wurden. Für die große Milleniumsparty stiegen die Preise massiv an – ob bei Security, Bands oder Catering.
Die Survival-Pakete hat es zwar nicht gebraucht, aber zumindest eine Sorge war nicht unbegründet: die vor dem technischen Super-Gau. Viele Computer sollten den Wechsel von 1999 auf 2000 nicht schaffen. Es habe auch tatsächlich Probleme gegeben, sagt Professor Ulrich Schäfer von der OTH Amberg-Weiden. Und es war auch teuer, damit dann doch alles im Großen und Ganzen geklappt habe.
Wirtschaft steht besser da als zur Jahrtausendwende
Und wie lebt es sich im neuen Jahrtausend so? Keine verrauchten Kneipen mehr, dafür Online-Dating und ein Leben, das zu einem nicht geringen Teil virtuell im World Wide Web stattfindet. Wirtschaftlich stehen wir zumindest nicht schlechter da als 1999. Florian Rieder, Leiter der Geschäftsstelle Nordoberpfalz der IHK, erklärt, dass es seit der Jahrtausendwende einen Strukturwandel weg von Altindustrien wie Keramik und Glas hin zu einer breiter aufgestellten Wirtschaft gegeben habe.
Die Wirtschaft der Nordoberpfalz sei ein Stehaufmännchen, so Rieder. Beispiel Arbeitslosenquote: 2000 lag die Arbeitslosenquote in der Nordoberpfalz über sechs Prozent, deutlich höher als heute. Die Beschäftigungsquote im wichtigen verarbeitenden Gewerbe stieg dagegen um 23 Prozent.
Bedeutet als Fazit: Damals kam alles halb so schlimm wie befürchtet und heute ist mit dem Blick auf die Geschichte – bei allen Problemen, die real sind – alles gar nicht so schlecht, wie die Krisenstimmung vermuten lässt.
(mz)